Lernmanagementsysteme

Lernmanagementsysteme: Wie du in deinem Unterricht von Moodle & Co. profitieren kannst

Was sollte ein Lernmanagementsystem können? Welche Vor- und Nachteile gibt es?

Moodle, mebis, Fuxmedia, LernSax – es gibt viele Lernmanagementsysteme mit unterschiedlichsten Namen und fast jedes Bundesland nutzt ein anderes „LMS“. Doch obwohl die meisten Lehrerinnen und Lehrer sicherlich eine Vorstellung davon haben, was ein Lernmanagementsystem ist, möchten wir Moodle und Co. in diesem Blogbeitrag etwas genauer unter die Lupe nehmen: Was sollte ein Lernmanagementsystem können? Welche Vor- und Nachteile bringt es mit sich? Und wie setzt man ein LMS am besten ein? Diesen und weiteren Fragen gehen wir hier auf den Grund – als kleine Unterstützung für alle von euch, die noch kein LMS an ihrer Schule haben und gerne das passende System für sich finden würden. Also; los geht’s!

Was ist ein Lernmanagementsystem?

Fangen wir mit den Basics an: Der Definition, was ein Lernmanagementsystem überhaupt ist. Wir haben dazu die verschiedensten Erklärungen gefunden. Am besten gefallen hat uns aber die, die wir auf der Seite von Moodle.de gefunden haben, weil es das Wichtigste prägnant zusammenfasst.

Ein Lernmanagementsystem ist „eine Softwareanwendung für die Verwaltung, Dokumentation, Verfolgung, Berichterstattung, Automatisierung und Bereitstellung von Bildungskursen, Schulungsprogrammen oder Lern- und Entwicklungsprogrammen“. Oder noch kürzer „ist ein LMS [ist] eine Software, die Ihnen hilft, Online-Lernmaterialien zu erstellen, zu verwalten, zu organisieren und für Lernende bereitzustellen.“

Das klingt gleich viel mehr nach etwas, mit dem man arbeiten kann – und arbeiten sollte! Denn (Sorry, dass wir auch hier das böse C-Wort benutzen müssen!) Corona hat deutlich vor Augen geführt, wie wichtig es ist, in der Schule digital(er) arbeiten zu können. Denn machen wir uns nichts vor; die Arbeit mit einem Lernmanagementsystem ist deutlich schneller (kein Anstehen mehr am Schul-Kopierer) und kostengünstiger (erklärt sich bei den Papierpreisen von selbst) als der analoge Weg. Das spart nicht nur Nerven, sondern auch Ressourcen – eine Win-win-Situation.

Welche Vorteile bietet ein Lernmanagementsystem?

Aber es gibt noch weitere Vorteile, die für den Einsatz eines LMS sprechen.
  1. Lehrkräfte werden auf lange Sicht entlastet, wenn man für das Erstellen von Lerninhalten grundsätzlich weniger Zeit benötigt
  2. Die Schülermotivation steigt durch die vielseitigeren Möglichkeiten, Lerninhalte zu präsentieren und zu bearbeiten
  3. Flexibleres Arbeiten auf beiden Seiten: Sowohl die Erstellung der Lerninhalte, als auch die Bearbeitung auf Schülerseite ist nicht mehr zwingend an Ort und Zeit gebunden.

Hat ein Lernmanagementsystem auch Nachteile?

Wo es Vorteile gibt, gibt’s meist auch Nachteile. Das ist beim Thema „Lernmanagementsysteme“ auch nicht anders. Zu nennen sind dabei diese hier:
  1. Wer hat das Internet gelöscht? Stürzt das System ab oder ist die Verbindung instabil, kann das zu Problemen führen, die sich leider nicht zu 100% vermeiden lassen.
  2. Erstellen, aktualisieren, warten: Auch der Umgang mit einem LMS muss gelernt sein. Das geht meist nicht von heute auf morgen, sondern fordert ein gewisses Maß an Einarbeitung.
  3. Keine Software kann alles. Deshalb habt ihr die Qual der Wahl und müsst vorher sorgfältig abwägen, welches LMS für eure Schule das richtige ist.

Worauf sollte man bei der Entscheidung für ein Lernmanagementsystem achten?

Wie im vorherigen Abschnitt bereits erwähnt, gibt es kein Lernmanagementsystem, das perfekt ist. Jedes System hat seine Stärken und setzt die Schwerpunkte minimal anders. Die Entscheidung für „euer“ LMS muss daher gut überlegt sein.

In jedem Fall solltet ihr folgende fünf Punkte in eure Entscheidung miteinbeziehen:
  1. Die Benutzeroberfläche
    Auch bei Lernmanagementsystemen gilt: Der erste Eindruck zählt. Wie wirkt das LMS auf euch? Ist die Benutzerführung klar und intuitiv? Oder eher unübersichtlich und verschachtelt? Keine Frage: Niemand erwartet von euch, dass ihr das jeweilige Programm sofort perfekt beherrscht. Aber lasst an dieser Stelle auch euer Bauchgefühl ein Wörtchen mitreden und lasst den ersten Eindruck in eure Entscheidung miteinfließen.
  2. Datenschutz
    Hierzu gibt es eigentlich nicht viel zu sagen. Dass der Datenschutz bei der Wahl eures LMS von großer Bedeutung ist, steht vor dem Hintergrund der sensiblen Daten, die damit verwaltet werden, außer Frage. Trotzdem lohnt es sich, dieses Thema gezielt in den Blick zu nehmen.
  3. Flexibilität
    Jede Lehrkraft und auch jeder Schüler arbeitet anders. Deshalb ist es auch bei einem guten Lernmanagementsystem wichtig darauf zu achten, dass man mit möglichst vielen verschiedenen Endgeräten problemlos darauf zugreifen bzw. damit arbeiten kann.
  4. Funktionen
    Wir hatten eben ja schon kurz erwähnt, dass es wohl unmöglich sein dürfte, die Eier legende Wollmilchsau unter den Lernmanagementsystemen zu finden. Aber genau deshalb ist es umso bedeutsamer, dass ihr euch die Funktionen, die die verschiedenen Systeme bieten (oder eben nicht bieten) ganz genau anschaut. Wenn man die Standard-Funktionen außen vor lässt: Welche Funktionen muss das LMS zwingend haben, damit ihr optimal damit arbeiten könnt? Welche Funktionen wären „Nice to have“, aber ihr könnt im Zweifel auch darauf verzichten?
  5. Support
    Kein System läuft fehlerfrei. Und bekanntlich sitzt in 99% der Fälle das Problem vor dem Computer (oder Smartphone). Gerade in Momenten, in denen nicht alles rundläuft oder so funktioniert wie erwartet, ist ein guter Support Gold wert. Klärt im Vorhinein ab, an wen ihr euch wenden könnt, wenn ihr Fragen habt oder Hilfe braucht. Wie schnell kann euch geholfen werden? Habt ihr nur eine gewisse Anzahl an Supportanfragen, die ihr im Zeitraum X stellen dürft? Sicherlich ebenfalls etwas, das bei eurer Entscheidung einen Platz auf der Pro-Contra-Liste verdient hat.

Unser Tipp: Teamwork makes the LMS work!

Alleine die letzten fünf Punkte machen deutlich: Die Entscheidung für das richtige Lernmanagementsystem ist gar nicht so leicht. „Das letzte Wort“, welches Lernmanagementsystem an eurer Schule zum Einsatz kommt, hat in der Regel natürlich der Schulträger.

Gibt’s an eurer Schule aber noch kein LMS, dann macht euch in jedem Fall dafür stark, ein Mitspracherecht bei der Auswahl des Systems zu haben. Bildet eine Arbeitsgruppe, die möglichst divers ist. Holt sowohl junge als auch ältere Kollegen mit ins Boot. Solche, die affin gegenüber Technik und Neuem sind und auch solche, die in ihrem Arbeitsalltag lieber nichts mit „diesem Internet“ zu haben wollen. Erstellt eine Liste mit allen „LMS-Kandidaten“, die für euch infrage kommen könnten und nehmt euch ausreichend Zeit für eine gründliche Recherche. Gleicht die Systeme, die ihr im Blick habt, dann mit den Punkten ab, die euch wichtig sind. Im Optimalfall priorisiert ihr diese Punkte und schaut, welches System euren Anforderungen am besten entspricht. Wenn ihr euch genug Zeit für das Projekt „Lernmanagementsystem“ nehmt, wird es sicher halb so wild. Und mit fundierten Argumenten, ist euer Schulträger sicher dankbar dafür, dass ihr an der Entscheidung mitwirken wollt.

Was ist ein Lernpaket?

Das beste Lernmanagementsystem nützt nur dann etwas, wenn man es auch einsetzt. Und das funktioniert in diesem Fall durch Lernpakete. Doch was sind Lernpakete? Auch hier sind wir so frei und greifen auf eine Definition zurück, die wir beim Informationszentrum Bibliothek E-Science E-Services (kurz IZ) gefunden haben:

„Lernpakete sind ein softwaretechnisches Hilfsmittel, um sogenannte Lernobjekte, also kleine Lerneinheiten zusammenzufassen. Auf diese Weise kann man komplexe Lerninhalte in kleine Bausteine zerlegen, diese methodisch-didaktisch aufbereiten, grafisch ansprechend darstellen und als einzelne Lernobjekte verfügbar machen oder mehrere Lernobjekte zu einem Lernpaket schnüren. […] Die Lernenden können sich den Lernstoff systematisch erarbeiten, Übungen durchführen, ihr Wissen überprüfen usw.“
Kurz gesagt: Lernpakete sind digitale Unterrichtseinheiten, die sich in kleine Häppchen aufteilen lassen.
So ein Lernpaket zu erstellen, ist kein Hexenwerk, braucht beim ersten Ausprobieren aber sicher seine Zeit (und das ist vollkommen ok!).

Um euch einen kurzen Überblick zu geben, wie so ein Lernpaket erstellt wird, hier die Schritt-für-Schritt-Anleitung, der man im Moodle folgen muss:

  • Grundeinstellungen (Name, Beschreibung)
  • Lernpaket
  • Darstellung
  • Verfügbarkeit (Ab wann oder bis wann ist ein Lernpaket verfügbar?)
  • Bewertung (Wonach richtet sich die Bewertung? Nach der Anzahl der Versuche? Oder der besten erreichten Bewertung?
  • Versuchsmanagement (Wie viele Versuche hat ein Schüler, um ein Lernobjekt zu bearbeiten?)
  • Kompatibilität
  • Weitere Einstellungen (Darf beispielsweise in Gruppen gearbeitet werden?)

Auch, wenn das nach dem ersten Lesen etwas kompliziert klingen sollte; lasst euch nicht abschrecken. Aber weil es den Rahmen dieses Blogbeitrages sprengen würde, die Anleitung detaillierter wiederzugeben, schaut euch die komplette Anleitung einfach hier an.

Wo finde ich Lernpakete?

Hierfür habt ihr zwei Möglichkeiten. Ihr habt die Möglichkeit, eure eigenen Lernpakete zu erstellen. Dazu braucht ihr neben einem Autorensystem natürlich etwas Übung und dementsprechend auch etwas Zeit. Alternativ könnt ihr Lernpakete auch fertig kaufen. In unserem Shop findet ihr fertige Lernpakete für die Sekundarstufe I und die Sekundarstufe II zu den verschiedensten Themen. Klickt euch einfach mal durch das Angebot – hier ist sicher das Richtige für euch dabei!

Ein spannendes Thema

Keine Frage: Lernmanagementsysteme sind ein spannendes und vor allem umfangreiches Thema. Das passende LMS bringt dabei viele Vorteile mit sich, von denen nicht nur Lehrkräfte, sondern auch eure Schülerinnen und Schüler profitieren.
Für welches Lernmanagementsystem ihr euch entscheidet, hängt dabei von verschiedensten Faktoren ab.
Wir hoffen, dass unser Blogbeitrag euch dabei unterstützen kann, das richtige LMS für eure Schule zu finden. Natürlich freuen wir uns, wenn ihr eure Erfahrungen mit uns teilt. Schreibt uns dazu gerne eine E-Mail – wir sind gespannt, was ihr zu berichten habt.

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