Die deutsche Außenpolitik


Einzelausgabe
Welchen Kurs soll Deutschland zukünftig fahren? (Unterrichtsmaterial ab Jahrgangsstufe 10/Gymnasiale Oberstufe)
Reihe: Politik betrifft uns
Themengebiet: Deutschland , Sachthemen
Erscheinungsjahr: 2017
Zielgruppe: Sekundarstufe II : Ab Jahrgangsstufe 10/Gymnasiale Oberstufe
Beschaffenheit: Heft, DIN A4, perforiert, 28 Seiten, inkl. 2 farbige OH-Folien
Seitenzahl: 34
Produktnummer: 40-1703

21,50 €

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Produktinformationen "Die deutsche Außenpolitik"

"Außenpolitik wird Deutschland auf lange Zeit nur in sehr beschränktem Ausmaß treiben können, ihr Ziel muß sein, an der friedlichen Zusammenarbeit der Völker in der Vereinigung der Nationen gleichberechtigt teilzunehmen."Konrad Adenauer

Erst mit der Wiedervereinigung erlangte Deutschland die volle Souveränität zurück. Die außenpolitischen Ziele blieben allerdings weitgehend bestehen. Deutschland solle eingebunden sein in ein vereinigtes Europa und in die NATO. Transatlantische Beziehungen sind auch ein wichtiger Bestandteil der Außenpolitik. Daher stellt sich die Frage, wie Deutschland durch die Wahl Donald Trumps zum Präsidenten, mit der politischen Neuorientierung der USA umgeht.

Die vorliegende Unterrichtseinheit gliedert sich in vier Teile:

Im ersten Teil bilden sich die Schüler-/innen ihre eigenen Vorstellungen zum Thema Außenpolitik

Der zweite Teil wirft einen Blick auf die Außenpolitik der Bundesrepublik Deutschland

Der dritte Teil befasst sich damit, wie außenpolitisches Handeln theoretisch erklärt werden kann

Der vierte Teil widmet sich den aktuellen transatlantischen Beziehungen im Hinblick auf Amerika


Über "Politik betrifft uns" – Unterrichtsmaterial für den Politikunterricht

„Politik betrifft uns“ ist eine Fachzeitschriftenreihe zur Unterrichtsvorbereitung in Politik, Sozialkunde, Gemeinschaftskunde bzw. Politische Bildung in der Sekundarstufe II.

Im Abonnement erscheint die Publikation sechsmal im Jahr. Dabei thematisiert eine jede Ausgabe tagesaktuelle Geschehnisse aus Gesellschaft, Politik oder Wirtschaft unter Berücksichtigung der Lehrpläne der Bundesländer.

Auf 28 Seiten wird eine komplette Unterrichtseinheit abgebildet. Aktuelle Texte, Statistiken, Interviews sind mit Aufgabenstellungen so aufbereitet, dass sie als Kopiervorlage direkt im Unterricht eingesetzt werden können. Die dazugehörigen Lösungen stehen Lehrerinnen und Lehrern im „Unterrichtsverlauf“ zur Verfügung. Eine Klausur mit Erwartungshorizont rundet jede Ausgabe ab.

Neben der gedruckten Form erscheint "Politik betrifft uns" auch digital. Online bekommen die Abonnentinnen und Abonnenten Zugriff auf die gesamte Ausgabe als PDF-Datei und editierbare WORD-Datei. So wird die Möglichkeit geboten, Arbeitsblätter für die jeweilige Lerngruppe anzupassen. Außerdem sind Bilder und Karikaturen online einzeln verfügbar, um diese mit Beamer oder interaktivem Whiteboard präsentieren zu können.

„Politik betrifft uns“ ist bestellbar als Zeitschriften- oder Online-Abonnement.

Zusätzlich besteht die Möglichkeit, mit einer erweiterten Schullizenz die Publikation in der Fachschaft und dem Schulnetzwerk zu nutzen.

Aus dem Inhalt


Diese Ausgabe enthält Unterrichtsmaterial zu folgenden Themen:

1. Teil: Wie soll die deutsche Außenpolitik gestaltet werden?
  • Sicherheitspolitische Herausforderungen im 21. Jahrhundert
  • Wie soll die deutsche Außenpolitik gestaltet werden?
  • Karikatur: Pressefreiheit in der Türkei
2. Teil: Deutsche Außenpolitik – eine Bestandsaufnahme
  • Wie kann die deutsche Außenpolitik gestaltet werden?
  • Wie ist die deutsche Außenpolitik gestaltet worden?
  • Meilensteine deutscher Außenpolitik
  • Schwerpunkte deutscher Außenpolitik
  • Schwerpunkte deutscher Außenpolitik
  • Karikatur: Handel mit China?
3. Teil: Lässt sich außenpolitisches Handeln theoretisch erklären?
  • Fachgruppe Realismus: Anarchie in der Staatenwelt
  • Fachgruppe Institutionalismus – Die Notwendigkeit der Kooperation
  • Fachgruppe Globalismus – Die Denationalisierung des internationalen Systems
4. Teil: Wie soll Deutschland auf die neue amerikanische Administration reagieren?
  • Hängt Deutschland von der amerikanischen Schutzgarantie ab?
  • Verteidigungsausgaben der NATO-Staaten
  • Keine deutsche Sicherheit ohne die europäischen Nachbarn!
  • Kontrovers diskutiert: Soll Deutschland zukünftig außenpolitisch agieren wie bisher?
  • Namenskärtchen für die Talkshow EXTRA
  • Überblick über Positionen zu Handlungsoptionen
  • Auswertung der Talkshow zur Fragestellung
  • Rollenkarte Abschlussurteil
  • Umfrage zur Sicht auf die deutsche Außenpolitik AKTUELL

Einleitung

Außenpolitik wird Deutschland auf lange Zeit nur in sehr beschränktem Ausmaß treiben können, ihr Ziel muss sein, an der friedlichen Zusammenarbeit der Völker in der Vereinigung der Nationen gleichberechtigt teilzunehmen.“ Konrad Adenauer (1946)

Die Geschichte der Außenpolitik der Bundesrepublik Deutschland ist auch eine Geschichte der Rückgewinnung staatlicher Souveränität. Nach dem Zweiten Weltkrieg war Deutschland nicht nur in zwei Staaten geteilt, sondern auch nicht vollständig souverän. Die ersten Regierungen der Bundesrepublik Deutschland versuchten, die Hoheit über die Außenpolitik Schritt für Schritt wiederzuerlangen. Die Westbindung der Bundesrepublik durch den Beitritt zur NATO und die Wiederbewaffnung waren sicherheitspolitisch wichtige Stationen. Friedenspolitisch und ökonomisch waren die Entscheidungen hin zu einer europäisch ausgerichteten Außenpolitik und die Schritte zur europäischen Integration entscheidend und sind bis heute prägend.
Erst mit der Wiedervereinigung erlangte Deutschland die volle Souveränität zurück. Die außenpolitischen Ziele blieben allerdings weitgehend bestehen. Deutschland solle eingebunden sein in ein vereinigtes Europa und in die NATO.

Die Außenpolitik der Bundesrepublik Deutschland lässt sich in unterschiedliche Bereiche einteilen. Allen voran steht die Europapolitik. Deutschland ist stark eingebunden in die Europäische Union. Dabei verfolgt Deutschland unterschiedliche Interessen. Ökonomisch profitiert Deutschland vom gemeinsamen Binnenmarkt und der gemeinsamen Währung – dem Euro. Diese Strukturen zu erhalten, ist ein klares Ziel deutscher Außenpolitik.
Die europäische Integration hat nicht nur durch den erklärten Austritt Großbritanniens einen schweren Schlag erlitten. Auch ökonomische und soziale Probleme in vielen europäischen Staaten lassen Menschen an der europäischen Integration zweifeln. Diese Zweifel zu zerstreuen und der europäischen Integration wieder mehr Anziehungskraft zu verleihen, ist Aufgabe auch der deutschen Außenpolitik.
Deutsche Außenpolitik ist Friedenspolitik. Das Grundgesetz verpflichtet Deutschland, dem Frieden zu dienen.
Dies zeigt sich auch in einer Diplomatie, die friedlichen Konfliktlösungen immer Vorrang einräumt. Lange Verhandlungen können so auch zu dauerhaften Lösungen kommen. Gelungen ist dies in den Verhandlungen mit dem Iran über sein Atomprogramm. Nach jahrelangen Bemühungen auch unter Beteiligung Deutschlands konnte ein Abkommen unterzeichnet werden, das die Aufrüstung des Iran verhindert und so einen Beitrag zum Frieden in der Welt leistet.
Im Bereich der Menschenrechtspolitik engagiert sich Deutschland auf vielfältige Weise. So stellt sich Deutschland deutlich gegen die Todesstrafe. Deutschland fördert auch den Dialog über Menschenrechte und kooperiert mit zivilgesellschaftlichen Akteuren, um Menschenrechte zu fördern.
Es gibt aber auch Bereiche, in denen Deutschland die eigenen Interessen deutlich macht und diese auch durchsetzen will. Nicht nur im militärischen Engagement, sondern v.a in der Außenwirtschaftspolitik. Deutschland ist als Exportnation auf den Zugang zu anderen Märkten angewiesen. Ohne freien Handel, gäbe es das aktuelle Wirtschaftsmodell Deutschlands nicht. Dies zeigt sich v.a. in der Europapolitik. Deutschland profitiert sehr vom Binnenmarkt und der gemeinsamen Währung. Auch international ist Deutschland daran interessiert, dass Handel reibungslos stattfinden kann. Dabei müssen immer wieder Verhandlungen mit autoritären Staaten geführt werden, z.B. mit China. Dabei kommt es zu Konflikten zwischen den Zielen deutscher Außenpolitik, einerseits die Förderung der Menschenrechte und andererseits die Durchsetzung ökonomischer Interessen.
Neben diesen klassischen Konflikten in der Außenpolitik tut sich nach der Wahl Donald Trumps zum Präsidenten der USA ein neues Problemfeld auf.
Seit dem Ende des 2.Weltkrieges entwickelte sich eine transatlantische Partnerschaft zwischen Deutschland und Europa und den USA. Nicht zuletzt durch ihre Mitgliedschaft in der NATO und der OSZE sind die USA in Europa zu einer wichtigen Macht geworden, auch, weil Europa seine Probleme alleine nicht lösen konnte und kann. Die Amerikaner sahen den Hauptgrund für die Kriege in Europa – nicht nur für die Kriege des 20. Jahrhunderts – in den politischen Strukturen auf dem europäischen Kontinent mit seinem Nationalstaatensystem und den damit verbundenen Kämpfen um Hegemonie und Gleichgewicht. Die USA waren also an einer grundlegenden Neuordnung Deutschlands und Europas nach dem Zweiten Weltkrieg schon allein deshalb interessiert, weil ihre eigene und die weltweite Sicherheit auch vom Frieden auf dem europäischen Kontinent abhing.
Insbesondere während der Zeit des Kalten Krieges wird Amerikas Rolle in Europa mit der eines wohlwollenden Hegemons charakterisiert: Die USA agierten als internationale Ordnungsmacht, indem sie die Interessen anderer Staaten in ihre Außenpolitik aufnahmen und ein System multilateraler Institutionen schufen, deren Regeln Frieden und Sicherheit gewähren und die Wirtschaft stabilisieren sollten. Die USA entwickelten sich vor diesem Hintergrund zum europäischen „Friedensstifter“ und zur Ausgleichsmacht. Als solche gaben sie nicht nur Hilfestellung bei der Neuordnung Europas insgesamt, sondern sie ermöglichten Deutschland überhaupt erst sich zu dem zu entwickeln, was Deutschland heute ist: ein wohlhabender, demokratischer, in die EU integrierter Staat. Allerdings änderte sich die Qualität der Beziehungen zwischen den USA und Deutschland mit dem strukturellen Wandel seit dem Ende des Kalten Krieges und der deutschen Wiedervereinigung 1990. Das in internationale Organisationen und in Europa weiterhin fest eingebundene Deutschland versuchte zunehmend, sich der eigenen außen- und sicherheitspolitischen Rolle bewusst zu werden und sich auch außenpolitisch zu emanzipieren, wohl wissend, dass man nicht everybody’s darling sein kann.
So gab es dann auch immer wieder unterschiedliche Auffassungen und Reibungspunkte zwischen der Bundesrepublik Deutschland und den USA. Heftige Diskussionen über eine Beteiligung am Irak-Krieg im Jahr 2003 machten besonders deutlich, dass sich in sicherheitspolitischen Fragen eine Kluft zwischen Deutschen und Amerikanern aufgetan hatte. Aktuelle Entwicklungen seit der Amtsübernahme von Präsident Trump lassen zunehmend die Frage aufkommen, inwiefern die transatlantischen Beziehungen auch weiterhin eine verlässliche Achse darstellen werden und wie Deutschland seine außen- und sicherheitspolitische Rolle in einem sich verändernden System internationaler Beziehungen zukünftig ausfüllen wird.

Kompetenzerweiterung

Die vorliegende Unterrichtseinheit ist in vier Teile gegliedert. Im ersten Teil stehen die Schülerinnen und Schüler mit ihren eigenen Vorstellungen im Mittelpunkt. Sie sollen sich bewusst werden, welche sicherheitspolitischen Herausforderungen Deutschland bewältigen muss und darauf aufbauend sollen die Schülerinnen und Schüler eine Außenpolitik skizzieren, wie Deutschland auf diese Herausforderungen reagieren soll. Dass dabei Spannungen zwischen unterschiedlichen Zielen der Außenpolitik entstehen, kann mit einem aktuellen Verweis auf die schwierigen bilateralen Beziehungen zur Türkei verdeutlicht werden.

Aufbauend auf diesen Erkenntnissen wird der Blick der Schülerinnen und Schüler auf die Außenpolitik der Bundesrepublik Deutschland gelenkt. Zuerst werden die verfassungsrechtlichen Grundlagen der deutschen Außenpolitik geklärt und dann die wichtigsten außenpolitischen Entscheidungen seit der Gründung der Bundesrepublik Deutschland beleuchtet. Der zweite Teil mündet in einer zentralen Erarbeitung aktueller Schwerpunkte deutscher Außenpolitik. Auch hier kann über einen Verweis auf die Beziehungen zur Volksrepublik China verdeutlicht werden, wie schwierig sich Außenpolitik gestalten kann.

Der dritte Teil der Unterrichtsreihe befasst sich mit der wissenschaftlichen Analyse von Außenpolitik. Dabei dreht sich alles um die Frage, wie außenpolitisches Handeln theoretisch erklärt werden kann. Dies verhilft den Schülerinnen und Schülern dazu, Außenpolitik nicht nur an Tagesereignissen und Konflikten zu beschreiben, sondern auch theoretisch zu erklären.
Dieser Teil ist besonders für die Sekundarstufe II geeignet.

Der vierte und abschließende Teil widmet sich den aktuellen transatlantischen Beziehungen. Durch die Wahl Donald Trumps zum Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika zeichnet sich eine außenpolitische Neuorientierung der USA ab. Erste Äußerungen der neuen Administration verdeutlichen, dass sich Deutschland außenpolitisch auf veränderte Rahmenbedingungen einstellen muss. Diese Veränderungen beziehen sich sowohl auf ökonomische als auch auf sicherheitspolitische Fragen. Deshalb steht die Frage, wie Deutschland auf die neue amerikanische Administration reagieren soll, im Mittelpunkt des letzten Teils der Unterrichtsreihe.

Der Kompetenzerwerb der Schülerinnen und Schüler wird auf vielen Ebenen gefördert. Außenpolitik zu erklären, ist eine schwierige Aufgabe für die Schülerinnen und Schüler. Durch die Auseinandersetzung mit den Herausforderungen, die Staaten bewältigen müssen, aber auch durch die Anwendung der theoretischen Erklärungsansätze schulen die Schülerinnen und Schüler ihre Analysekompetenz. Da dies eine sehr fordernde Aufgabe ist, kann der Kompetenzerwerb unterstützt werden, wenn die Schülerinnen und Schüler zuerst im ersten Teil der Reihe ihr Vorwissen systematisieren.
Neben der Analysekompetenz wird im Rahmen der Unterrichtsreihe v.a. die Handlungskompetenz gefördert. Die abschließende Talkshow fordert den Schülerinnen und Schülern viel ab. Sie müssen sich im Sinne eines Perspektivwechsels in die Positionen und Begründungen Andersdenkender versetzen und diese Positionen in einer Diskussion vertreten. Darüber hinaus müssen sie in dieser Diskussion konfliktfähig sein und dabei die Regeln für ein rationales und diskursives Austragen von Konflikten einhalten. Angesichts der Art und Weise, wie Außenpolitik zurzeit teilweise abläuft, ein schwieriges Unterfangen.
Durch das abschließende Urteil in der Diskussion und die Anwendung von Urteilskriterien über die Reihe hinweg trainieren sie ihre Urteilskompetenz.